Bertas Abenteuer Berta sitzt

Biene Berta erzählt


Hallo liebe Leute, ich bin’s wieder, Berta. Heute möchte ich euch von einer meiner Kolleginnen erzählen, Ludmilla. Ludmilla hatte heute einen Termin mit einem unserer Christians. Dieser teilte ihr mit, dass es eine Beschwerde über sie gab. Sie wurde angeblich dabei beobachtet ihr höchstzulässiges Transportgewicht mehrmals überschritten zu haben. Darauf angesprochen soll sie dann auch noch geantwortet haben: "Putz die du Zniachtl!" 

Nach diesem Gespräch mit Christian kam Ludmilla mit gesenkten Kopf zu mir und erzählte mir, dass Christian mit ihr ein ernstes Wort gesprochen hat. Sie meinte: "Ich gehe doch 3mal pro Woche ins Fitnessstudio und hab genügend Kraft um so viele Pollen transportieren zu können. Es sind doch so viele Pollen zu sammeln und es ist doch so wenig Zeit um alle zur erwischen. Wenn ich nicht gleich alle auf einmal mitnehme kommt doch wieder diese Hummel und schnappt sie mir vor der Nase weg. Oder Sybille, der Schmetterling, die schnappt sich immer den letzten Nektar sobald ich die Blüte verlassen habe."

Liebe Leute ich möchte euch auf diesem Weg nur sagen, dass wir vielleicht klein und schwach aussehen, aber genügend Power haben um mehr Pollen zu tragen als jede andere Biene. Wir möchten ja auch den besten Honig der Welt für die besten Imker der Welt machen. Und davon profitiert ja auch jeder von euch. Ohne so fleissige Bienen wie Ludmilla könntet ihr nicht an unseren Honig naschen und jede bestäubte Blüte bringt euch köstliche Früchte.

Wenn euch also irgendwann mal eine Biene aus dem Bienenstall im Arbeitseifer unfreundlich ansummt, dann denkt immer daran: "ES GIBT SOO VIELE POLLEN UND NUR SOO WENIG ZEIT!"

Einen schönen Sommer wünscht Bee Bee

Bertas erster Arbeitstag


Guten Tag, darf ich mich vorstellen:
Mein Name ist Biene, Berta Biene.
Meine Freunde nennen mich BeeBee.

Berta schaut hervor

 

Ich möchte heute von meinem ersten Arbeitstag erzählen. Gestern war es endlich soweit und ich durfte zum ersten Mal in meinem Leben in die große, weite Welt hinaus. Ich hatte ja schon viele Geschichten gehört und wir saßen abends auch immer gebannt und hörten den Sammlerinnen gespannt zu als sie von ihren Abenteuern erzählten. Am Abend zuvor war ich schon sehr aufgeregt und konnte die halbe Nacht nicht schlafen.

 

Als ich mich kurz vor Sonnenaufgang auf den Weg zur Abflugrampe machte, war ich noch sehr verschlafen. Kaum dort angekommen brüllte mich auch schon die Vorarbeiterin an und trieb mich an, sofort mit dem Sammeln zu beginnen. „Mach dich auf den Weg! Los! Christian und Christian zählen auf dich! Flieg und bring so viele Pollen wie nur möglich in den Bienenstall!“

 

Ich schreckte hoch und machte mich hektisch auf den Weg zum Abflug. Eine erfahrene Kollegin kam aufgeregt zu mir und fing an, mir zu erklären, wo ich die besten Pollen und den süßesten Nektar finden könnte. „Flieg einfach 50 Meter gerade aus und dann...“ Ich hörte nur noch ein Summen in meinen Ohren. Ich war viel zu aufgeregt, als dass ich ihr zuhören, geschweige denn folgen konnte. Ich roch schon den süßen Nektar, den ich ja schon von meiner Arbeit bisher kannte.

Berta fliegt

 

Also flog ich einfach drauf los und überquerte zuerst eine Streuobstwiese. Die Apfelbäume blühten und es roch herrlich. Mir lief schon das Wasser im Mund zusammen. Aber ich war neugierig, was die große weite Welt noch so zu bieten hatte und so flog ich weiter.

 

Hinter der Obstbaumwiese fing der Wald an. Ich flog hinein. Es war angenehm kühl und roch nach Fichten- und Tannennadeln. Der Bärlauch blühte schon und überdeckte fast den Duft des Waldes. So schön war es also hier in der großen weiten Welt. Und so flog ich vor mich hin und genoss all die großartigen Gerüche und ließ die vielen neuen Eindrücke auf mich wirken.

 

Plötzlich wurde ich durch ein lautes Brummen aus meinen Gedanken gerissen. Ein riesiges stinkendes Ungetüm raste an mir vorbei und ich wirbelte durch die Luft. Gerade noch konnte ich mich fangen und hatte Mühe nicht abzustürzen. Als ich wieder das Gleichgewicht gefunden hatte schoss schon das nächste stinkende, laute Monster auf mich zu. Ich prallte gegen dieses Ding und wurde wieder durch die Luft geschleudert. Mit viel Kraft und Mühe konnte ich einen Absturz verhindern.

 

Ich flog so schnell es ging wieder zurück zum Bienenstall. Beinahe dort angekommen setzte ich mich auf einen der Apfelbäume. Der Schock saß tief und mein Herz raste immer noch wie verrückt. Mein ganzer Körper zitterte.

 

Als ich mich beruhigt hatte atmete ich tief durch und mein Blick wanderte über die Obstbaumwiese. Dahinter war der wohlriechende Wald und genau vor dem Bienenstall war eine bunt leuchtende Blumenwiese. Ich roch all die lockenden Düfte der Blüten die mich umgaben.

 

Da fiel mir auf, dass ich den ganzen Tag noch keinen Nektar und keine einzige Blütenpolle gesammelt hatte. Es wurde bereits dunkel und die Blüten schlossen sich langsam. „Ach wie schön ist es doch hier bei uns! Ich muss doch gar nicht in die große weite Welt hinaus. Alles was ich brauche finde ich doch hier direkt vor dem Bienenstall“, flüsterte ich vor mich hin. Als ich beim Bienenstall landete war die Sonne schon untergegangen. Einige meiner Kolleginnen kamen auch gerade von ihren Ausflügen zurück. Voll bepackt mit Blütenpollen.

Berta sagt Hallo

 

Ich landete am Eingang und schon lief die Vorarbeiterin wieder auf mich zu. „Wo warst du den ganzen Tag? Wo sind die Pollen?“ Ich erschrak und konnte kein Wort sagen. „Wir Bienen sind Arbeiterinnen und träumen nicht den ganzen Tag unproduktiv vor uns hin! Aber es war dein erster Tag. Ich werde noch einmal nachsichtig sein und wünsche dir für morgen mehr Glück bei der Nektarsuche.“ Ich senkte den Kopf und murmelte: „Entschuldigung. Morgen mach ich es besser.“ Geknickt und erschöpft betrat ich den Bienenstall und machte mich auf den Weg zu meinem Schlafplatz.

 

Als ich all den anderen Bienen von meinem Abenteuer erzählte wandte sich eine erfahrene Arbeiterin an mich und sagte: „Diese großen, stinkenden Monster sind Autos. Halte dich von ihnen fern. Sie verpesten unsere Luft mit ihren Abgasen und können uns gefährlich werden!“

 

Während ich einschlummerte nahm ich mir fest vor, morgen soviel Nektar zu sammeln wie ich nur tragen kann. Dann wird die Königin bestimmt froh sein, mich als ihre Arbeiterin zu haben. Aber diesen lauten, stinkenden Monstern möchte ich morgen nicht mehr begegnen. Ich bleib einfach in der wunderschönen Neustift und sammle von den zahlreichen Blüten in der Nähe des Bienenstalls.

 

... Fortsetzung folgt.